Akten-Massen: Archivanwärter:innen zum Praktikum im Archiv des Erzbistums

Die Archivanwärter:innen und ihre Praktikumsbetreuer, Archivleiter Michael Volpert (rechts) und Dr. Roland Götz (Mitte hinten)
Zehn angehende Archivarinnen und Archivare, die sich derzeit in einem dreijährigen Studiengang an der Hochschule für den öffentlichen Dienst in Bayern, Fachbereich Archiv- und Bibliothekswesen, Fachrichtung Archivwesen, befinden, absolvierten vom 8. Juni bis 3. Juli 2026 ein Praktikum im Archiv des Erzbistums München und Freising. Das Praktikum in einem Kirchenarchiv ist – ebenso wie eines in einem kommunalen Archiv – von der Studienordnung vorgesehen, um den angehenden Kolleginnen und Kollegen Einblicke in unterschiedliche Archivsparten zu ermöglichen und so die künftige Zusammenarbeit zu verbessern.
Im Rahmen des Praktikums lernten sie die Räumlichkeiten des Archivs in München und Neufahrn bei Freising sowie Aufgaben und Arbeitsweise in einem Diözesanarchiv kennen. Ein Schwerpunkt lag bei den Anwendungsmöglichkeiten der Archivsoftware ACTApro, der digitalen Beständeverwaltung und den Online-Angeboten des Archivs des Erzbistums.
Praktisch befassten sich die Archivanwärter:innen vor allem mit der Verzeichnung mehrerer Bestände von massenhaft gleichförmigen Akten aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Hierfür war je nach Ausgangslage eine angemessene Vorgehensweise zu entwickeln. Von den Akten zu Ehedispensen war ein Teil bereits grob, ein anderer überhaupt nicht erschlossen. Hier galt es, den gesamten Bestand nach einheitlichen Kriterien zu erfassen. Ebenfalls unerschlossen waren Personalakten kirchlicher Beschäftigter, die erstmals zu verzeichnen waren. Zu rund 9.000 Konfirmationsurkunden für Messstiftungen lag dagegen eine detaillierte Auflistung in Form einer Excel-Tabelle vor, die ins Archivprogramm überspielt werden konnte. So waren hier Entmetallisierung, Verpackung und Signierung der Unterlagen die Hauptarbeiten.
Insgesamt bearbeitete die Praktikumsgruppe in einem gut organisierten „Workflow“ die imponierende Zahl von 6.393 Verzeichnungseinheiten, was das Archiv zeitweise an die Grenze seiner Platz- und Materialkapazitäten brachte. Die Verzeichnung jüngerer Archivunterlagen hat damit einen merklichen Fortschritt gemacht. Dafür dankte Archiv- und Bibliotheksdirektor Prof. Dr. Johannes Merz den angehenden Kolleginnen und Kollegen und drückte zugleich die Hoffnung aus, dass ihnen die im Diözesanarchiv gemachten Erfahrungen auf ihrer Berufslaufbahn nützlich sein werden.
(Foto: Archiv und Bibliothek des Erzbistums München und Freising)
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Benita Berning, AEM (13. Juli 2026). Akten-Massen: Archivanwärter:innen zum Praktikum im Archiv des Erzbistums. Archive in München. Abgerufen am 18. August 2026 von https://doi.org/10.58079/16kjc
